In Teil 2 geht es vornehmlich um Wasser. Da der Felsen später vom Meer umspült werden soll, füge ich eine entsprechenden Aufnahme ein, die als Basis für die vordere Brandung dienen soll.
Folgend geht es mir darum das Wasser im oberen Bereich so auszumaskieren, dass der Eindruck entsteht, als würde es an dem Felsen anbranden. Dazu lege ich eine Ebenenmaske an, in die ich mit schwarzer Farbe und dem Pinselwerkzeug hinein malen kann.
Ich habe hierzu selbst erstellte Pinselspitzen verwendet, um genau das Ergebnis zu erzielen, das ich vor Augen hatte. Wie das geht zeige ich euch jetzt:
Als Vorlage für eine solche Pinselspize nimmt man sich am besten ein Bild, das einen guten (farblichen) Kontrast zwischen Wasser und Hintergrund bietet.
Bei einem Bild wie diesem kann man wunderbar mit der Auswahlmethode “Farbbereich…” arbeiten.


Ich aktiviere “umkehren” und beginne die Farben des Hintergrunds nach und nach meiner Auswahl hinzuzufügen.
Bei der Erstellung eigener Pinselspitzen ist darauf zu achten, dass sich alle Teile der Spitze innerhalb des Bildrandes befinden. Werden Teile der Spitze angeschnitten zeigt sich dies später daran, dass bei jedem Klick mit der Pinselspitze ein deutlicher Rand sichtbar wird.
Aus diesem Grund entferne ich zuerst einmal grob alle Bereiche des Wasser die in den Bildrand hineinlaufen, in dem ich sie schwarz übermale.
Um eine Pinselspitze zu erstellen, sollte das Motiv auf einem rein weißen Hintergrund stehen. Ich nehme also eine Tonwertumkehr vor und nehme noch ein wenig Feintuning vor, indem ich meine Vorlage noch weiter übermale.

Unter “Bearbeiten” findet man den Befehl “Pinselvorgabe festlegen”. Sobald ich dieses ausführe wird vom aktiven Bild eine neue Pinselspitze erstellt, die man dann entsprechend benennen kann.
Für diesen Job habe ich mir ein paar verschiedene Wasser-Pinselspitzen erstellt: Spritzer, Brandung und Wellen.
Mit diesen Spitzen ist es mir im folgenden Schritt möglich, das eingefügte Wasser realistisch auszumaskieren. Unten sieht man das, mit den erstellten Spitzen, fertig ausmaskierte Bild.
Ich empfehle beim ausmaskieren von Wasser sehr viel zu experimentieren und immer wieder mit den verschiedenen Spitzen und deren Größen zu variieren.


Hier sieht man die gemalte Ebenenmaske und drei Einstellebenen die dazu dienen die extreme Sättigung des Wassers zu reduzieren, den Gesamtkontrast zu erhöhen und das Wasser an den Randbereichen abzudunkeln.
Die Auswirkungen der Einstellebenen kann man hier unten sehen. Zusätzlich habe ich noch weitere Details mit meinen individuellen Pinselspitzen hinzugemalt. Hierzu empfiehlt es sich eine neue Ebene anzulegen.
Ich habe für diese Bild gleich mehrere solche Detail-Ebenen angelegt, wie z.B. eine für Brandung (Wasser schlägt am Felsen hoch), eine für Spritzer und eine für die Gischt (zerstäubtes Wasser). Die Gischt-Ebene habe ich mit einem Standart Pinsel aus Photoshop gemalt. Bei Gischt und Nebel empfiehlt es sich mit sehr geringer Deckraft und ganz weichen Spitzen zu arbeiten. Ich habe in diesem Fall mit 4% Deckraft gearbeitet.

Zurück zum Gesamtbild: Jetzt fehlt noch das Meer im hinteren Bereich des Bildes, ein ordentlicher Horizont und die Brandung die von hinten an den Felsen schlägt.
Hier habe ich nun eine passende Aufnahme eingefügt. Da der Himmel in dieser Aufnahme sehr langweilig ist, maskiere ich diese einfach wieder aus, damit der darunter liegende Sturmhimmel wieder zum Vorschein kommt.
Den Himmel habe ich einfach nur mit dem Auswahrechteck-Werkzeug und harter Kante maskiert. Da im nächsten Schritt ein Horizontschleier über die Ebenen gemalt wird ist ein verlaufender Übergang nicht notwendig.
Hier kann man den eingefügten Horizont sehen. Diesen legt man auf eine eigene Ebene und erstellt ihn, indem man ihn entweder mit einer weichen Pinselspitze und wenig Deckkraft ins Bild hinein malt, oder indem man das Verlaufswerkzeug benutzt.
So ein Dunst oder Schleier in der Ferne gibt dem Bild mehr Tiefe und schafft einen schönen Übergang zwischen Himmel und Meer. Er sollte in seinem Zentrum viel Deckkraft haben, welche vertikal in eine Transparenz verläuft.
Malt man den Schleier erzielt man ein höheres Maß an Realität aufgrund der Unregelmäßigkeiten die sich aus dieser Technik ergeben. Ich habe in diesem Fall einen Verlauf benutz, da man nur in einem sehr kleinen Bereich den Schleier sehen kann, wodurch die Gleichförmigkeit nicht so stark auffällt.
Was jetzt noch fehlt ist die Brandung von hinten. Ich finde das hochschlagende Wasser macht so richtig Eindruck und bringt Spannungs ins Bild. Man könnte bemängeln, dass die Größenrelation zwischen dieser Brandung und dem vorderen Wasser nicht ganz stimmt. Das ist auch richtig. Die hintere Brandung ist im Verhältnis größer. Ich habe mich dennoch für dieses Missverhältniss entschieden, da ich finde, dass dadurch die Gewalt und Energie der hinteren Brandung verstärkt wird.
Eine Methode Wasser freizustellen habe ich ja bereits oben aufgzeigt. Eine andere, ähnliche Methode möchte ich noch zum Abschluss dieses Tutorials erklären: Freistellung über den Alpha-Kanal

Das ist die Brandung die ich freistellen möchte.

Das Freistellen über den Alpha-Kanal funktioniert zusammengefasst folgender Maßen: Die Auswahl wird über einen Kanal getroffen der aus einem Graustufenbild in ein RGB-Bild einkopiert wird. Die Tonwerte des Graustufenbildes entscheiden die Transparenz der ausgwewhälten Pixel im RGB-Bild. Reines Schwarz wird transparent, also nicht ausgewählt; Reines Weiß wird Vollton, also vollständig ausgewählt. Alle Tonwerte die dazwischen liegen, variieren in ihrer Transparenz: Je dunkler desto transparenter.
Zuerst nehme ich eine Tonwertkorrektur vor. Mit der schwarzen Pipette kann man den Schwarzpunkt im Bild neu definieren; D.h. dass der Tonwert den man mit dieser Pipette anklickt (und natürlich alle Tonwerte die dunkler sind) als reines Schwarz dargestellt wird (werden).
Ich wähle mir den hellsten Punkt des Himmels aus und setzte hier meinen Schwarzpunkt. (Dies funktioniert natürlich nur dann, wenn der hellste Punkt des Himmels dunkler als der dunkelste Punkt des Wassers ist) Das ganze sieht dann so aus:

Danach verändere ich noch die Tiefen und Lichter in der Tonwertkorrektur, bis ich mit dem Ergebnis zufrieden bin. Hierzu benötigt es ein wenig an Erfahrung. Einfach mehrmals mit verschiedenen Tonwertkorrekturen versuchen, bis das Ergebnis passt.
Im Kontextmenue des Protokolls gibt es die Option “Neues Dokument”, die eine Kopie des Dokumentes in einem neuen Fenster öffnet. Diese Kopie kann man jetzt in den Farbmodus “Graustufen” umwandeln.
Werden Element die nicht mit freigestellt werden sollen noch nicht rein schwarz dargestellt hat sollte man diese jetzt mit Schwarz übermalen oder auf einem anderen Weg schwärzen. Hat man das gewünschte Ergebnis erzielt kann man sich ab Photoshop CS4 beide Bilder nebeneinander darstellen lassen.


Nun kann man aus dem Graustufenbild per drag and drop den Graukanal in das RGB-Bild bringen. Schaut man sich nun die Kanalpalette im RGB-Bild an, sieht man einen neuen Kanal: Den Alpha-Kanal. Anhand dieses Kanals wird die Auswahl erstellt: “Steuerung” oder “Apfel” drücken und in den Kanal klicken. Anhand der Auswahl eine neue Ebene erstellen und das Ziel ist erreicht.

