Photoshop Tutorial: Composing mit Kürbisen und Schmuck Teil 1: Felsen aus Papier

In diesem Tutorial seht ihr, wie ich dieses Bild, ausgehend von einer Studioaufnahme, in Photoshop manipuliert habe.
In diesem ersten Teil zeige ich euch, wie man aus Papier Felsen machen kann. In Teil 2 wird es dann vor allem um die Bearbeitung und Freistellung von Wasser gehen.
Aber warum eigentlich Papier als Ausgangsmaterial? Ganz einfach: Würde man die Kürbise und den Schmuck tatsächlich auf Stein fotografieren, würden die Strukturen der einzelnen Materialien in einer realistischen Relation stehen. Da ich aber erreichen möchte, dass der Schmuck und die Kürbise größer wirken als sie eigentlich sind, muss anstatt eines Steinbrockens eine Textur eines ganzen Felsens vorhanden sein.

Das ist also das Ausgangsbild. Den Hintergrund habe ich bereits freigestellt und ausmaskiert.
Hier kann man nun gut sehen, dass ich versucht habe das Papier möglichst so zu knüllen, dass es bereits ein wenig nach Felsen aussieht.
Von der Lichtführung her habe ich darauf geachtet, dem Papier eine schöne Modulation zu geben. Erst durch die Kanten und Helligkeitsunterschiede entsteht hier eine gute Ausgangsposition für die nächsten Schritte.
Ich setzte schon mal den Himmel ein, den ich mir ausgesucht habe. Stürmisch solls werden; Da passt dieser ganz gut. Die Farbigkeit ändere ich später.


Zunächstmal nochmals ans Pfadwerkzeug und das Papier sauber freistellen. Wie ihr hier seht habe ich das Papier im oberen Bereich ausmaskiert und mich im unteren Teil nicht weiter darum gekümmert. Muss ich auch nicht, denn da soll ja später die Brandung des Meeres darüber liegen.

Das ist eine solche Struktur die ich verwendet habe. Wenn man da ein paar verschiedene hat, die gut zusammen passen kann man loslegen: Zuerst suche ich mir im Papier einzelne Segmente die ich jeweils mit einem solchen Texturbild versehe.
Ich verzerre die Textur jeweils so, dass sie sich räumlich gut einfügt; Also vorne größer ist und je weiter weg desto kleiner ist. Nach dem transformieren setzte ich die Ebenenverrechnung auf “Hartes Licht”. Die Kanten der Textur lasse ich ganz weich auslaufen, damit die verschiedenen Texturbilder schön ineinander fließen. Man kann die selbe Textur ruhig öfters verwenden. Zu empfehlen ist, dass man zum Schluß sichtbare Pixelwiederholung, wie hier unten zu sehen, z.B. mit dem Stempel entfernt.

Mit der Hilfslinie habe ich mir markiert bis wohin die Brandung auf jeden Fall geht. Alles unterhalb der Linie muss demzufolge nicht mit Struktur versehen werden.
Ich habe mit den einzelnen Strukturebenen, die ich nach und nach eingefügt habe, immer wieder gespielt in dem ich sie verzerrt und neu positioniert habe. So wächst der Felsen und immer weniger Papier bleibt noch sichtbar.
Ihr könnt auch mit anderen Verrechnungsmethoden herumexperimentieren, wie z.B. “Ineinanderkopieren”. Es gibt hier keine optimale Lösung. Das Ergebnis hängt immer von den zu verechnenden Ebenen ab. Die Methode “Hartes Licht” erzeugt gegenüber “Ineinanderkopieren” einen stärkeren Kontrast, indem die Tonwerte kräftiger werden: Der Fels wird insgesamt dunkler und die hellen Stellen im Stein werden noch heller.


Nachdem ich das Papier vollständig mit Steinstruktur gepflastert habe nehme ich noch ein paar Korrekturen an den Tonwerten vor, indem ich per dodge&burn das Papier (!) an vielen Stellen deutlich abdunkle.
Da die Änderungen an den Tonwerten sehr stark ausgefallen sind, gleiche ich die Kürbise entsprechend an. Im unteren Bereich wurden die Kürbise vom diffus reflektierenden Papier ziemlich stark aufgehellt. Dem wirke ich jetzt entgegen, da der dunkle Fels in echt zu keiner Aufhellung führen würde.
Unten seht ihr die abgedunkelten Kürbise und das abgedunkelte Papier (ohne die Steinstruktur).
Soweit die Erklärungen dazu, wie man aus Papier Felsen macht. Ihr könnt natürlich auch Stoff oder anderen Materialien benutzen. Man sollte jedoch darauf achten, dass die Eigenstruktur des Basismaterials nicht zu deutlich ist! Wenn ihr einen groben Leinenstoff benutzt oder ein grobes Büttenpapier wird diese Technik nicht gut funktionieren. Auch spielt natürlich die Farbigkeit der Basis ein große Rolle. Es empfiehlt sich also in jeder Hinsicht neutrale Materialien zu verwenden.
Wenn man ein bisschen kreativ an die Sache rangeht, kann man so mit einfachen Mitteln sehr viel anstellen.
Im zweiten Teil zeige ich euch die Fertigstellung des Bildes; Ihr könnt unter anderem erfahren wie man Wasser freistellen kann und wie man sich seine eigenen Pinselspitzen baut.
