
Wie erhält man verlässlich gute Hauttöne in Portraits? Es gibt zwei einfache Kontrollmethoden und eine Richtlinie für das Arbeiten mit der “selektiven Farbkorrektur” in Photoshop die ich hier kurz aufzeigen möchte:
Die Farbzusammensetzung eines Hauttones sollte über die CMYK-Messwerte betrachtet werden. Dies gilt auch, wenn sich das Bild im RGB-Modus befindet! In Photoshop kann man sich das Fenster “Info” einblenden lassen. Wenn man mit dem Mauszeiger über das Bild wandert kann man nun in der “Info” sehen welche Farbzusammensetzung die entsprechenden Bildteile aufweisen.
In meinem Beispielbild ist ein europäischer und ein asiatischer Hauton zu sehen. Grundlegend weisen beide Hauttöne eine eigene Farbzusammensetzung auf; Für beide kann man jedoch eine grundlegende Regel nennen, die uns dabei hilft die Farben in den Griff zu bekommen:
- Der Y-Wert (Gelbwert) muss immer über dem M-Wert (Magentawert) liegen
- Der C-Wert (Cyanwert) sollte zwischen 20-50% vom Magentawert betragen
Natürlich sollte der Gelbwert in Realtion zum Magentawert bei einem asiatischen Hautton höher sein als dies bei einem europäischen Hautton der Fall sein sollte.


Es gibt eine zweite, sehr einfache (aber auch sehr grobe) Kontrollmöglichkeit, um Hauttöne auf die richtige Farbzusammensetzung zu überprüfen:
Im Fenster “Farbe” betrachten wir die RGB-Werte (unseres RGB-Bildes); Es geht allerdings nicht um die Zahlen, sondern um die Position der drei Regler. Sie sollten, wie unten zu sehen, immer einen aufsteigenden Bogen (links) beschreiben. Sie sollten keine Gerade (rechts) bilden, sondern immer eine leichte Krümmung aufweisen.


Wenn man weiss, wie ein Hautton farblich zusammengesetzt sein sollte, kann man sich an die Farbkorrektur heranwagen. Für mich ist die beste Methode im Photoshop die “selektive Farbkorrektur”. Auch für sie gibt es in Hinblick auf Hauttöne eine grundsätzliche Regel:
- In den Rottöne: Magenta reduzieren und Gelb erhöhen
- In den Gelbtönen: Magenta erhöhen und Gelb reduzieren.

Bei zu hohem Cyananteil kann man den Cyanwert entsprechend reduzieren. Prozentual sollte die reduzierten Farbanteile die hinzugegebenen überwiegen. Dies führt dazu, dass die Farben des Hauttons geklärt werden und in ein bessere Verhältnis zueinander gesetzt werden. Zu beachten ist, dass man in der “selektiven Farbkorrektur” eigentlich immer im Modus “Relativ” arbeiten sollte.
Mit diesen beiden Kontrollmöglichkeiten und der beschriebenen Richtlinie zur Farbkorrektur sollten gesunde und ausgegelichene Hauttöne in Zukunft kein Problem mehr darstellen. Probiert es einfach mal aus; Ich freue mich über Feedback.