Date: Mai 28th, 2010
Cate: Kunst

Die Papierkunst des Simon Schubert

In den weniger reinen Randbezirken des Netzes bin ich vor kurzem auf einen wahren Goldschatz gestoßen, den ich in einem dieser so genannten Picdumps nie erwartet hätte. Es handelte sich dabei um Bilder aus weißem Papier.

o.T. (Portrait Samuel Beckett frontal), 2005, 90 cm x 75 cm (© s.u.)

Simon Schubert faltet Papier. Er benötigt keine Farben, weder Pinsel noch Stift um Räumlichkeit für den Betrachter zu konstruieren. Was für andere nur Trägermaterial, auf dem sie mit Farben und Pigmenten arbeiten, ist für Simon Schubert Gegenstand seiner Kunst. Er reduziert und erhebt sein Medium so gleichermaßen.

Als faszinierend empfinde ich, wie in Schuberts Papierwerken aus scheinbarer Zweidimensionalität Raumwirkung und Plastizität entsteht, die einerseits sehr kraftvoll, andererseits aber subtil und zerbrechlich daherkommt.

Ich habe mit Herrn Schubert ein kurzes Interview über seine Kunst und Arbeitsweise geführt:

Was hat Sie zu der Idee hinter ihren Papierwerken inspiriert?
Während des Studiums an der Kunstakademie Düsseldorf habe ich einige Jahre als Assistent des Philosophieprofessors Dr. Paul Good gearbeitet.  Hierbei bin ich mit dem Werk Samuel Becketts in Kontakt gekommen. Die erste Faltarbeit war ein Versuch ein Portrait von Samuel Beckett auf mehreren Ebenen zu schaffen. Einerseits das von Falten geprägte Gesicht direkt wiederzugeben andererseits an die Auflösung der Sprache bei Beckett anzuknüpfen und eine Zeichnung ohne Strich zu schaffen, also die Zeichnung aufzulösen. Reduktion bis ins Weiß.

Welche Techniken stecken in ihrer Faltkunst? Nutzen Sie ausschließlich ihre Hände oder auch andere Hilfsmittel? Handelt es sich um reines Falzen oder auch Prägen?
Ich falte die Bilder mit speziellen Werkzeugen. Die genaue Vorgehensweise verrate ich nicht. Die Bilder sind fast ausschließlich gefaltet, nur ganz selten arbeite ich mit ritzen oder prägen.

Beschreiben Sie bitte den Entstehungsprozess eines solchen Bildes. Fertigen Sie Entwurfszeichnungen? Nutzen Sie Fotografische Vorlagen?
Ich skizziere und zeichne die Bilder vorher. Fotos verwende ich nur in Ausnahmefällen, z. B. bei extrem komplizierten Treppen. Die meisten Bilder sind allerdings konstruiert.

Wie lange benötigen Sie für die Fertigung eines Bildes?
Circa eine Woche.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag in ihrem Leben aus?
8 Uhr fange ich meistens an zu arbeiten und leider wird es sehr oft sehr spät.

Kann ein Künstler nicht anders und wird durch seine Struktur zur Kunst getrieben, oder kann Kunst auch erarbeitet werden?
Kunst ist vorallem sehr viel Arbeit. Mit dem klischeehaften Bild des Künstlergenies kann ich nichts anfangen.

Kennen Sie den Zustand der fehlenden Inspiration? Wenn ja, wie gehen Sie in diesen Situationen damit um?
Bisher hatte ich zum Glück noch keine längeren Phasen fehlender Inspiration. Ich bearbeite in den Vorbereitungen für Ausstellungen zumeist Themen die mich beschäftigen und es drehen sich meist alle Arbeiten dann um einen zentralen Gedanken. Dadurch ergeben sich die meisten Bilder dann fast von selbst.

Wie schwer ist es oder war zu es Beginn ihrer Karriere von der eigenen Kunst zu leben? Was würden Sie Menschen raten, die eine künstlerische Laufbahn einschlagen wollen?
Grundsätzlich ist es sehr schwer von der eigenen Kunst zu leben und ich glaube es können nur ungefähr 4% der ausgebildeten Künstler von ihrer Kunst leben. Bei mir ist es sicherlich sehr von Vorteil, dass ich eine neue Technik entwickelt habe. Ich würde weder abraten noch dazu raten. Es muss aber klar sein, dass das Leben als Künstler sehr hart sein kann.

Vielen herzlichen Dank Herr Schubert.

Simon Schubert hat mir für diesen Artikel eine Auswahl seiner neueren Arbeiten (entstanden 2010) zur Verfügung gestellt. Ich freue mich sehr diese hier zeigen zu können:

© Simon Schubert, courtesy Kudlek van der Grinten Galerie, upstairs berlin gallery

Website von Simon Schubert

Date: Mai 26th, 2010
Cate: Tutorials/Tipps&Tricks, tech&net

Lava-Robben

Beim Stöbern im Netz ‘mal wieder was gefunden. Mir hat das Bild mit den zwei niedlich diabolischen Lava-Robben auf Anhieb gefallen. Der Denkapparat sprang natürlich gleich an: “Wie ist das gemacht?”

Ich hab’s dann schnell mal in Photoshop nachgebaut; Geht ganz einfach: 1. Tonwertumkehr (cmd/strg+i) 2. Farbbalance: In den Mitten und Tiefen ordentlich Rot und Gelb und in den Lichtern vor allem Gelb zugeben. Fertig.

Internetfundstück aus einem Picdump. Urheber unbekannt.

Date: Mai 24th, 2010
Cate: Bilder/Fotostrecke, Kunst

BibliOdyssey

BibliOdyssey ist ein Blog, der sich ausschließlich auf die Publikation von Kunst und Bildwerken konzentriert, die unter Creative Commons Lizenz (CC) stehen. Thematisch klar strukturiert werden hier, teilweise sehr hoch aufgelöste Reproduktionen veröffentlich, die nicht nur betrachtet, sondern entsprechend ihrer CC-Richtlinien verwendet werden dürfen.

Jeder der Freude an Kunst und Bildmaterial hat, sollte sich etwas Zeit nehmen und diese großartige Seite in aller Ruhe durchstöbern. Da der Blog kaum thematische Grenzen innerhalb der Idee Kunst mit CC-Lizenz zu veröffentlichen kennt, ist hier für jeden etwas dabei.

Ich wünsche euch viel Spaß dabei…

Date: Mai 20th, 2010
Cate: Bilder/Fotostrecke, Kunst

Die Comic Kunst des Frank Miller

Entsprechend der, den regelmäßigen Lesern dieses Blogs bekannten, Einleitung zum monatlichen Filmtipp möchte ich heute die großartige Comic-Kunst des Frank Miller’s vorstellen.
Wem der Name Frank Miller nichts sagt, hat vielleicht trotzdem bereits Adaptionen seiner Werke, wie die Filme “Sin City” oder “300″ im Kino gesehen.

Bevor ich jetzt damit beginne zu erläutern, warum ich diesen Künstler so hoch schätze, würde ich einfach sagen, seht selbst:

Sin City – A Dame to Kill For #2 (of 6), 1994 Dark Horse Comics

Hell And Back – A Sin City Love Story #1 (of 9), 1999 Dark Horse Comics

Ronin #3 (of 6), 1983 DC Comics

300 #4 (of 5), 1998 Dark Horse Comics

300 #5 (of 5), 1998 Dark Horse Comics

Sin City – That yellow Bastard #1 (of 6), 1996 Dark Horse Comics

Sin City – That yellow Bastard #2 (of 6), 1996 Dark Horse Comics

Frank Miller ist nicht nur als Comiczeichner sondern auch als Autor von Comicgeschichten bekannt. So gibt es viele Kooperationen mit anderen Zeichnern, bei denen Miller ‘lediglich’ die Geschichte und Dialoge beitrug. Eine dieser Arbeiten möchte ich besonders hervorheben und empfehlen: Hard Boiled

Verantwortlich für die kraftvollen Bilder in Hard Boiled ist Geof Darrow. (letztes Bild: NSFW!)

Hard Boiled #1 (of 3), 1990 Dark Horse Comics

Hard Boiled #1 (of 3), 1990 Dark Horse Comics

Hard Boiled #2 (of 3), 1990 Dark Horse Comics

Date: Mai 17th, 2010
Cate: Creative Commons, tech&net

Bilder mit CC-Lizenzen schnell gefunden

Wer Bilder sucht, die unter einer CC-Lizenz publiziert wurden, kann mit der ‘Erweiterten Bildsuche’ von Google schnell fündig werden. Einfach den gewünschten Suchbegriff eingeben, nach Bildern suchen und in ‘Erweiterte Bildsuche’ das gewünschte Lizenzmodell wählen.

Zum Vergrößern anklicken.

Date: Mai 14th, 2010
Cate: Creative Commons, Freies Bildmaterial

Freies Bildmaterial – Himmel und Wolken

Wie angekündigt gibt es hier ab sofort freies und kostenloses Bildmaterial als Download für alle Photoshopbastler. Heute ist das Thema Himmel und Wolken. 33 verschiedene Aufnahmen in sehr guter Qualität: 3504 x 2336 Pixel, 8Bit Jpg-Datei (Qualität: 10, Basline), sRGB.

DOWNLOAD

Creative Commons License
Dieser Werk bzw. Inhalt ist unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert.

Date: Mai 12th, 2010
Cate: Bilder/Fotostrecke

Origami

Incap ist einer der größten Herstellern und Anbietern von elektronischen Hilfsmittel für Menschen mit Behinderung. Für ihr neues Printmaterial wollte Incap reduzierte Introaufnahmen von Origami-Kranichen. Folgend ein Auszug aus der Fotostrecke.

Date: Mai 8th, 2010
Cate: Allgemein, Ankündigung, Creative Commons, tech&net
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Creative Commons – Das Lizenzmodell der Zukunft

Was steckt hinter CC? Creative Commons ist eine gemeinnützige Organisation, die sich dafür einsetzt, dass das Internet ein Medium für den freien Austausch von Inhalten bleibt. ‘Creative Commons’ lässt sich ins Deutsche mit ’schöpferisches Allgemeingut’ übersetzen.

Creative Commons bietet kostenlos verschiedene Standart-Lizenzen, die ein jeder nutzen kann, um selbst geschaffenen Werke, wie z.B. Musik, Bilder, Fotos, Filme oder Literatur unter gewissen Vorraussetzungen der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Die verschiedenen Lizenzen erlauben die Nutzungsrechte in verschiedener Form zu begrenzen. Ein Beispiel hierfür ist die Möglichkeit kommerzielle Nutzung zu untersagen.

Was bringt mir eine CC-Lizenz? Ein offenes Lizenzmodell ist ein Statement. Wer bereit ist zu geben, regt andere Menschen an dasselbe zu tun und kann somit von ihrer Kreativität und Arbeit profitieren. Doch es geht hierbei nicht um Profit, sondern um eine Kulturleistung die erbracht werden, und in einer globalen Welt dazu führen kann unsere Fähigkeiten und Kreativität gemeinsam zu nutzen. Es geht nicht um ein, auf den eigene Vorteil bedachtes Tauschgeschäft nach dem Motto: “Gibst Du mir, dann gebe ich Dir”, sondern um eine ethische Grundhaltung des uneigennützigen Geben und Nehmens.

Ganz konkret und weniger idealistisch kann eine CC-Lizenz zu schnelleren Steigerung des Bekanntheitsgrades eines Werkes, bzw. eines Künstlers führen, da sich kostenlose Inhalte deutlich schneller verbreiten als kostenpflichtige. Gleichzeitig bedeutet dies nicht das man jegliche kommerzielle Absicht in den Wind schießen muss, nur weil man eine CC-Lizenz nutzt. Es gibt tolle Beispiele für kommerziell erfolgreichen Modellen die auf CC basieren. (Verlinkt habe ich nur ein Beispiel; Wer sich informiert findet viele. Mir gefällt gerade dieses Beispiel der Band Nine Inch Nails sehr gut: Die Band stellt Teile ihrer Musik unter einer CC-Lizenz zur Verfügung, da den Musikern bewusst ist, dass Raubkopien ohnehin gefertigt werden. Sie bauen auf “Hardcore-Fans” die nicht warten können, bis sie das neue Album kopieren können, bzw. die einfach bereit sind die Band finanziell zu unterstützen. Darüber hinaus bietet Nine Inch Nails attraktive, limitierte Sammlereditionen ihrer Werke zum Verkauf, die sich bei den Fans hoher Beliebtheit erfreuen.)

Warum ist CC die Zukunft? Das Internet hat die Gesellschaften dieser Welt und die Möglichkeiten derer, die Zugang zum Netz haben, grundlegend dort hingehend verändert, dass Informationen und Inhalte – freie, sowie urheberrechtlich geschützte – für sie schneller und direkter erreichbar und verbreitbar geworden sind, als sie es jemals waren. Das Netz kennt regionale Grenzen nur bedingt und fordert somit globale Spielregeln; Seine Strukturen hebeln manche unserer Konzepte von Recht und Rechtsvorstellung aus. Ein Beharren auf alten, nicht mehr adäquaten Mitteln kann auf lange Sicht nicht funktionieren, weil sie innerhalb der neuen Strukturen schlichtweg nicht durchsetzbar sind. Wenn wir es schaffen uns gedanklich von manchen dieser Vorstellungen zu lösen und zu einer neuen Haltung gegenüber gesitigen Eigentumsansprüchen gelangen, kann daraus ein vertieftes Verständnis, gegenüber unseren Mitmenschen und für ein überzeugtes Geben und Nehmen erwachsen. Creative Commons ist ein Ansatz der einen möglichen Weg in diese Richtung vorgibt. Je mehr Menschen ein solches Konzept für sich annehmen, desto mehr profitiert ein jeder davon. Die Frage ist, ob wir unsere Verteidigung weiter ausbauen möchten und nach mehr Kontrolle rufen (die Jeden betrifft und nicht nur schützt sondern auch einschränken kann), oder ob wir eine neue Ethik des Miteinanders und des aufrichtigen Teilens in unseren Köpfen etablieren können?

Warum sind die Bilder des Fotostudio Albecks nicht CC? Wir fertigen Auftragsbilder für gewerbliche Kunden. Diese Kunden erwerben bei uns bewusst exklusive Nuzungsrechte für diese Bilder, die meist ihre eigenen (manchmal patentgeschützten Produkte) zeigen. Würden wir diese Bilder mit einer der CC Lizenzen versehen, ginge die Exklusivität der Nutzungrechte unserer Kunden und damit die Attraktivität unserer Dienstleistung verloren.

Wie wir mit gutem Beispiel vorangehen wollen: In Zukunft werden wir hier im Blog Bilder mit CC Lizenz zum Download anbieten. Seit langer Zeit führen wir unser ‘Bastelarchiv’, ein Pool aus verschiedensten Aufnahmen, auf die wir für die Erstellung von Composings, zurückgreifen können. Diese Bilder werden wir nach und nach (thematisch sortiert) unseren Lesern zum Download für ihre eigenen Composings und Mash-Ups unter der CC-Lizenz ‘Sampling Plus 1.0′ bereitstellen.

Ich hoffe, ich konnte mit diesem Beitrag, der wie ihr vielleicht gemerkt habt mir sehr am Herzen liegt, dem einen oder der anderen Lust machen sich weiter über das Thema Urheberrechte im Internet und Creative Commons zu informieren. Die wichtigsten Links zu weiterführenden Informationen findet ihr im Beitrag.

Date: Mai 6th, 2010
Cate: Allgemein

whatever…

Endeckt auf Twitter bei David Thorne

Date: Mai 5th, 2010
Cate: Allgemein, Video

Ein wenig Fotografie für eine gute Sache

Foodwatch ist ein gemeinnütziger Verein, der es sich auf die Fahne geschrieben hat, uns Verbraucher über Lebensmittel und Etikettenschwindel  der Nahrunhsmittelindustrie aufzuklären und sich für die (Informations-) Rechte der Bürger gegenüber Behörden und Firmen stark zu machen. Als NGO verzichtet Foodwatch auf die Finanzierungen durch Staat und Industrie, damit sie ihre Unabhängigkeit wahren können.

Im Sinne ihrer Aufklärungs- und Anprangerungsstrategie verleiht Foodwatch jedes Jahr den ‘Goldenen Windbeutel’ für die dreisteste Werbelüge.  Diese Auszeichnung ging dieses Jahr an die Firma Zott für ihr Produkt ‘Monte Drink’, der als gesundes Getränk für Kinder beworben wird, in Wahrheit aber eine Zuckerbombe ist.

Für die Verleihung des Preises ließ Foodwatch ein Kostüm in Form des ‘Monte Drink’ durch die Firma matoArt fertigen. Da hierfür natürlich keine Druckdaten vorlagen, war es meine Aufgabe die 9cm hohe Vorlage des Originaletiketts zu reproduzieren und durch Retusche und digitalen Nachbau auf ein druckfähiges Format für ein Ganzkörperkostüm zu bringen. Fotografisch ist das nicht gerade die große Nummer; Dieser Job erlaubt es mir jedoch hier einmal auf eine Organsisation aufmerksam zu machen,  deren Informationen und Aktionen ich seit langer Zeit nutze und schätze.

Jedem dem es wichtig ist, was er isst, empfehle ich ab und zu auf der Webseite von Foodwatch vorbei zu schauen, oder am besten gleich deren Newsletter zu abbonieren.

Zur weiteren Information über Foodwatch empfehle ich den Podcast von ‘Die Gesellschafter – eine Initiative der Aktion Mensch’ mit Tim Pritlove  (Moderator) im Gespräch mir Martin Rücker (Pressesprecher Foodwatch).